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Mittwoch, 27.07.2011, 19:00

Ein Jahr StarCraft II

"Es war der 27. Juli 2010, StarCraft II kam auf den Markt und veränderte die gesamte eSports Szene", so oder ähnlich könnte man Erzählungen über das Spiel aus dem Hause Blizzards beginnen. Und tatsächlich, StarCraft II: Wings of Liberty wird ein Jahr alt. Seit dem Release ist viel passiert, wir fassen für euch die letzten 365 Tage knapp zusammen.

Es sollte der große Nachfolger von StarCraft: Broodwar werden, dass ist bereits gelungen. Bereits am 29. Juli waren rund 1,5 Millionen Exemplare über die Theke gegangen. Schätzungen zufolge wurden bis zum heutigen Tag rund 5 Millionen Spiele verkauft. Damit gibt es schon knapp halb so viele StarCraft II Spiele wie StarCraft: BroodWar Exemplare , welche sich ingesamt auf ungefähr 12 Millionen belaufen. Eine recht anschauliche Anzahl wenn man bedenkt, dass es BroodWar seit 1998, also knapp 13 Jahren, gibt.

Aber Blizzard lässt auch nicht lange auf den nächsten Teil warten. StarCraft II: Heart of the Swarm wurde bereits ausgiebig angepriesen. Mit Fokus auf Kerrigan wird sich diese Kampagne im Gegensatz zu dem ersten Teil, welcher sich auf die Terraner konzentrierte, mit Zerg beschäftigen und ihren Problemen sowie Aufgaben. Und auch für den Multiplayer werden neue Units erwartet, ob es die heiß begehrten Lurker aus BroodWar sein werden ist allerdings noch offen. Erwartet wird StarCraft II: Heart of the Swarm im Jahr 2012, vermutlich noch in den ersten beiden Quartalen.

Bis dahin dürfen wir uns allerdings weiter mit StarCraft II: Wings of Liberty die Zeit vertreiben. Heute hat pünktlich zum Geburtstag die 3. Season begonnen, also ran an die Tastatur und "Spielen, Spielen, Spielen!". Und auch bis zum Release werden wir noch die ein oder andere Season miterleben, selbstverständlich gepaart mit einem Haufen an netten Patches.


StarCraft II macht eSports salonreif

Bis zum Release war die eSport Szene in Europa und Amerika eher gering, wer kommentierte Spiele sehen wollte galt als Nerd. Nur in Korea entwickelte sich seit 1998 die BroodWar Szene prächtig. Komplette Ligen werden im Fernsehen übertragen, professionelle Spieler die damit ihren Lebensunterhalt verdienen und große koreanische Firmen investieren in Teams. Süd-Korea als Mekka des eSports, was sich mit StarCraft II ändern sollte. Schon in der Beta probieren sich ein Haufen an Spielern als Caster, manche scheiterten, andere schafften es, sich eine feste Community aufzubauen. Mit offiziellem Release wurde diese Bewegung nur noch stärker. Doch was sind Caster ohne Turniere? Richtig, langweilig. Ein Haufen von wöchentlichen Cups sind entstanden, vom ZOTAC Cup, über Go4SC2 und den CraftCup bis hin zum 4PL Close Combat Cup. Die Veranstalter und Sponsoren der Turniere erkannten das Potential, das StarCraft II mit Hilfe der Caster in sich trug. StarCraft II Spiele waren plötzlich unterhaltend und ähnelten stark den Fußballübertragungen, die man aus dem Fernsehen kennt. Doch das Wichtigste: Sie waren für jeden verfügbar über das Internet, noch dazu in erstaunlich guter Qualität.

Allerdings sind diese Cups auf einen weiteren Faktor angewiesen: die Spieler. Viele wechselten von WarCraft III oder BroodWar zum neusten Spiel aus dem Hause Blizzards. Mit dabei sind unter Anderem Manuel 'Grubby' Schenkhuizen, Greg 'IdrA' Fields, Lim 'BoxeR' Yo Hwan und Lee 'NaDa' Yoon Yeol. Doch auch die nationale Szene hat Spieler aus den alten Spielen angelockt. Spieler wie Dennis 'HasuObs' Schneider, Giacomo 'Socke' Thüs, Jonathan 'DaRkFoRcE' Belke oder Sascha 'Goody' Lupp haben dabei besonders die nationale Szene gestärkt. Letzterer zählt seit dem Release zu den aktivsten Spielern Europas.

Die aktivsten Spieler seit Release

1. Platz: detSascha 'Goody' Lupp
2. Platz: depGiacomo 'Socke' Thüs
3. Platz: uazDmytro 'Dimaga' Filipchuk
4. Platz: uatMihaylo 'Kas' Hayda
5. Platz: setJeffrey 'SjoW' Brusi


StarCraft II als Publikumsmagnet


Die vollen Hallen der IEM Finals
Neben den wöchentlichen Cups werden große Offline-Events immer interessanter. Mehrtägige Turniere wie die Intel Extrem Masters, Major League Gaming, North American Star League, Dreamhack oder auch der koreanischen Global StarCraft II League locken regelmäßig wahre Massen an Publikum an. Und das direkt vor der Haustür. Die Halle der IEM Finals auf der CeBIT in Hannover musste teilweise geschlossen werden, da der Andrang an Zuschauern gigantisch war. Und auch in Amerika, wo eigentlich Konsolen die Vormacht besitzten, füllt die MLG regelmäßig ihre Hallen mit der StarCraft II gierigen Meute. Doch auch jeder, der eher die familäre Umgebung bevorzugt ist immer besser bedient. Beim HomeStory Cup 3 füllten die Fans unter Takes Wohnung den irischen Pub und guckten das Turnier auf einem Beamer, ganz unter dem Motto "Nerd meets Reallife". Vermutlich wird diese Entwicklung in den nächsten Jahren noch anhalten, der Szene könnte man jedenfalls nicht besseres wünschen. Was wäre auch dagegen einzuwenden, die IEM Finals 2015 mit Public Viewing zu zelebrieren?

Autor:
- froozeR


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#26
Jacobo Gordon schrieb am 28.07.2011, 18:20:
Ponke, wenn du dir eventuell die Comments hier durchgelesen hättest oder vllt ein wenig nachgedacht hättest, wärst du drauf gekommen, das wir das aus unserer datenbank bezogen haben.
#27
NeRaTio schrieb am 28.07.2011, 19:08:
Sehr feiner Artikel von euch beiden! Eine sehr gute Zusammenfassung, viele hatte man schon wieder verdrängt davon (also ich jedenfalls).
Von den Fakten und vom Schreibstil her sehr gut, sauberes Ding!
#28
Khaldor schrieb am 29.07.2011, 11:28:
Die Statistiken beziehen sich auf Spieler ausserhalb der Ladder, spricht Turniere, Showgames und Clanligen. MySC hat mit Abstand die größte Datenbank (ja, auch größer als die DB von TL). Von daher sind die Statistiken so absolut korrekt.

Laddergames sind wie gesagt aussen vor aber da die Ladder den meisten Pros eh ziemlich egal ist und als Test- und Trainingswiese dient ist die auch nicht wirklich aussagekräftig bzw. relevant für die hier hinterlegten Daten.
#29
Heinikind schrieb am 07.08.2011, 12:49:
Jeah...ich hab mich nur angemeldet um dich zu loben =)
Wirklich guter Artikel auch für Nicht-Starcraft-Spieler (ich Frevler)

Viel Witz lockert einiges auf und vor allem gibst du nicht nur quasi die Patchnotes weiter, sondern führst auch die Folgen daraus genauer aus. Aber eben auch nicht ZU genau, weil es sonst zu langatmig wäre.
Nur ein bisschen mehr Abwechslung vor allem in den Einleitungen der verschiedenen Abschnitte wär cooler, fällt aber nicht wirklich ins Gewicht.
GJ Mo =)
#30
ZERG-PIZZA schrieb am 09.12.2011, 11:29:
Das mit der Pattsituation wusste ich bis heute nicht! Dann werden aber auch die Punkte anders berechnet, je nachdem ob man Patt gegen einen besseren oder schlechteren Spieler erziehlt hat?
 
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